Rayevski Schanze


Die Rayevski Schanze

Die Schlacht von Borodino, die am 7. September 1812 ausgetragen wurde, war einer der blutigsten Tage in den Napoleonischen Kriegen. Napoleon war im Juni 1812 mit seiner Grande Armée nach Russland einmarschiert. Er hoffte, die russische Armee zu stellen und durch einen entscheidenden Sieg zu schlagen. Die Russen zogen sich jedoch immer weiter zurück und hinterließen der Grande Armée verbrannte Erde. Es kam zu der Schlacht die Napoleon sich wünschte. Er gewann die Schlacht, verlor aber den Krieg.



https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Borodino 

Ich möchte jetzt weniger auf den Schlachtverlauf eingehen, sondern nur kurz einen Blick auf die Schanze werfen. Neben der Rayevski Schanze gab es noch die Shevardino Schanze, die Maslovo Stellung sowie die Schanze der Bagration Stellung.

Alle Schanzen wurden in großer Eile erstellt. Dazu mußten alle Truppen ihre Werkzeuge und Äxte abgeben, damit die mit dem Bau beauftragten Einheiten überhaupt genügend Werkzeug hatten. Entsprechend war am Ende deren Eindruck:
„I have seen Bagration’s shantsy (fléches) personally (and can tell you that) they were rubbish and it is even shameful to cal them shantsy (…) the dirch was too shallow (…) gun enclosures opened to the ground, which made it easy to scale them and through which evry soldiers inside could be seen” a russian soldier recalled later.

Daher entschied sich General Kutusov die Rayevski Schanze stärker auszubauen, da im Zentrum seiner Stellung eine wichtige Aufgabe hatte. Die Truppen der Moskauer Opolchenye unter der Leitung von Lieutenent Liprandi und Bogdanov bauten die Stellung dann in der Nacht aus. Die Schanze erhielt eine V-Form mit einem Winkel von ca. 160 Grad. Beide Seiten erhielten noch zudem einen Flankenschutz manchmal auch Epauletten genannt. Die Vorderseite hatte ein Gesamtbreite von fast 130m zuzüglich der Seiten mit jeweils 19m. Bis 23:00 war die Schanze von einem tiefen Graben umgeben. Während der Graben der Bagration Stellung 3m breit und 2 m tief war, wurde der Graben der großen Schanze 7 m breit und 3 m tief sowie durch spanische Reiter verstärkt. Bis wenige Stunden vor der Schlacht war die Schanze noch durch 6 davor liegende Wolfslöcher in Schachbrettanordnung und zweier Palisaden zum Schutze der Rückseite verstärkt. Die Innere hatte eine Höhe von ca. 2m die Äußere eine Höhe von ca. 2,4m. Das Material dazu wurde aus den umliegenden Dörfern geholt. Eine nähere Beschreibung der Palisade konnte ich leider nicht finden.

Besetzt wurde die Schanze mit 12 12 Pfünder der 26. Batterie und 6 6 Pfünder der 47. Leichten Batterie zusammen mit einem Battalion des Poltava Infantrie Regiments als Unterstützung. Rayevsky sagte anschließend zu seinen Offizieren: „Jetzt, meine Herren, könne wir sicher sein. Napoleon sah eine einfache offene Geschützstellung aber jetzt werden seine Truppen eine wahre Festung hier vorfinden.“

Was die Rayevski Schanze nun neben der Schnelligkeit in der sie erstellt wurde auszeichnet, ist die schiere Größe. Lieutenent Bogdanov hinterließ eine gute Beschreibung:
"At 11 PM, I was ordered to ride to general Raievski. I found him at a battery built in consequence of an order he had issued. The battery was completely finished, and artillery pieces were in their places; it comprised almost a straight line, so that its front angle was more than 160 degrees and was pointed to the junction of the Emenovskii Brook with the Kolocha River. Its right face extended in the direction of two batteries near Gorki village and the artillery of the VI Infantry Corps, and on the left face, it dropped to the line of the VII Infantry Corps where it was protected by its artillery pieces and by an open battery of 60 pieces placed near Semonovskoie village; because of all this, the whole space in front of it was protected by a heavy crossfire.
General Raievski met me with the following words: 'We have built this battery ourselves; your commander, visiting me, praised our work and its placement, but as the open and flat terrain can be accessed by cavalry, so he advised us to dig a line of wolf-pits at 50 sazhen in front of the battery; we have done this; now, the one and most important problem remains: the enemy can outflank us and take the battery from the rear; it is necessary to make a strong obstacle to him. Inspect all and tell me what and how to do [it]. The battery had 19 artillery pieces, the length of the front line was up to 60 sazhen; the width of the moat was 3,5 sazhen; the depth near the counterscarp up to 1,5 sazhen … It was necessary, despite the lack of time, to add two epaulments of ramparts and a moat on the flanks, and to cover the rear with double palisade with two passages with palisaded gateways in them; … the fortification … was finished by half-past four in the morning."
Lieutenant [Dementii Ivanovich] Bogdanov [(7.viii.1791 – .ii.1879)] (of pioneers)





http://napoleonistyka.atspace.com/Borodino_battle.htm 


Die Schanze wurde auch ein entsprechender hart umkämpft. Letztlich war es die Kavalerie die die Schanze einnahm. Bedingt durf die Wolfslöcher stieß zunächst russische Küraasiere ni die Schanze und wurden zurück geschlagen. In diese Unordnung setzte dann sächsische Kürsassiere nach und erorberten die Schanze und vernichteten die Artilerie Brigade.






Hier noch einmal die Daten:
·       Die Länge der Frontlinie betrug bis zu 128 m (60 Sazhen) vs. Shoulders 74m lang,
·       Epaulettes 19 m lang
·       V Winkel mit 160 Grad
·       Graben 3m (1,5 Sazhen) tief und über 7m (3,5 Sazhen) breit
·       Palisade am Rücken inner 1,95m (1,5 Sazhen) und äußer 2,4 m (2 Sazhen) hoch, Seiten offen
·       6 Wolfslöcher im Abstand von 100 m vor der Schanze
·       Im Graben spanische Reiter
·       12 12pfd + 6 6pdf + Poltavsy Regmient ni der Schanze

Für den Wargamer also eine Herausforderung. Der Bau in Originalgröße schließt sich aus. Jedoch sollten die Proportionen schon der imposanten Größe gerecht werden. Daher mal ohne weiteren Kommentar meine Variante während und nach der Umsetzung. 


















Und hier noch ein paar Bilder einer Borodino Variante mit schottischem Besuch.





Und das ganze schließlich im Einsatz:






Quelle: Alexander Mikaberidze: The Battle of Borodino, Pen & Sword Books, 2007
http://napoleonistyka.atspace.com/Borodino_battle.htm 

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